So, jetzt komme ich langsam zum H und Heute!
Die Stufen 1-5 sind also durchschritten, und hechelhechel, auf der Treppe ist definitiv noch kein Ende in Sicht. Aber - und ich glaube das ist ein Schlüssel für die weitere Entwicklung gewesen - so langsam habe ich auch kapiert, dass es kein baldiges Ende geben wird. Die Zeit des Lernens und Übens wird noch lange andauern, bis wirklich mal nachhaltiges Traden rauskommt, ganz zu schweigen von dem Ziel des fulltime Daytradens. Diese Erkenntnis war immens wichtig für mich, denn es gab mir die Chance, alles zu überdenken, mich nochmal ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen, ob ich das wirklich will, ob ich bereit bin, über Monate bzw. Jahre hinweg die nötige Zeit und Arbeit zu investieren, andere Dinge im Leben für dieses Ziel hinten an zu stellen.
Die Antwort auf diese Frage war ein definitives JA! Und nicht unbedint das Geld ist dabei der Motivator oder Antreiber (ich würde lügen, zu behaupten dass Geld überhaupt keinen Einfluss hätte), sondern der Spass an dem Thema, am Traden, an den Märkten, an der dahinter steckenden Wirtschaft und den Zusammenhängen, der Politik, aber auch der Psychologie und Emotionen. Dieses unglaublich komplexe Gebilde hat auf mich magische Anziehungskräfte, es setzt bei mir Energie frei, die ich so (leider) noch nicht in meinem jetzigen Job verspürt habe.
Ich habe also etwas Abstand von den Ereignissen der letzten Monate genommen, und mich sehr intensiv mit Thomas ausgetauscht - übrigens aus meiner Sicht ein unschätzbarer Vorteil - einen Gleichgesinnten zu haben, der einen ähnlichen Wissens- und Erfahrungsstand hat und das gleiche Ziel vor Augen hat!
Was sind also für mich die wesentlichen Erkenntnisse, die aus den Stufen 1-5 gezogen werden können?
1. Das schnelle Geld wird man, ohne sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen, an der Börse nur kurzfristig verdienen (wenn man Glück hat), aber langfristig wird man immer auf der Verliererseite enden
2. Traden ist ein Beruf! Für den Erfolg muss man (mindestens) genauso viel Zeit und Aufwand investieren, wie für jede andere Berufsausbildung auch (das war schwer für mich zu akzeptieren, ich dachte ich wäre ein Naturtalent grrrr)
3. Bücher helfen zwar, um in das Thema rein zu kommen, und es gibt viele wunderbare und wertvolle Bücher zum Thema Trading. Aber es gibt irgendwann einen Punkt, an dem nur noch Erfahrung hilft, d.h. Stunden um Stunden die Charts zu beobachten und mit ihnen zu “atmen”, sich Verhaltensweisen anzugewöhnen , Disziplin, etc.
4. Erst mit einem Demo - Depot anfangen, dann mit kleinem Geld, aber bloß nicht sofort “all in”, wie die Großen (und auch die sollten ja i.d.R. nicht mehr als 2% nehmen ;-))
5. Kein sinnloses Rumgedaddel, sondern seine eigene Strategie finden (das hört sich einfach an, ist aber für mich eines der schwierigsten Aufgaben)
6. Darauf hören, was in den Büchern steht. Ich bin nicht schneller oder besser als alle anderen vor mir (d.h. befolge Money Management, Risiko Management, etc., denn sie sind wichtig fürs Traden, Überlebenswichtig!)
Neben diesen Punkten gibt es noch unzählige weitere Lehren, die ich aus den vergangenen Monaten gezogen habe, sicherliche werde ich auf die eine oder andere zurück kommen.
Letztlich musste nun ein neuer Weg beschritten werden!
Also packen wir es an:
CFDs! Oh Gott, was hatte ich für einen Respekt davor, als Thomas mir von diesen Dingern erzählte. Ich habe nur die Passagen vor Augen gehabt, in denen ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass nicht nur ein Tatalverlust möglich sei, sondern unter Umständen sogar Geld nachgeschossen werden muss. Ich dachte sofort an meine letzten x - hundert Trades ohne Stop-Loss und ohne Plan, die mitunter auch mal mit dem Totalverlust endeten (der mindestens ebenso wunderbaren Produktwelt der Zertifikaten sei dank).
Aber nach längerer Diskussion und intensiver Recherche gab es dann doch 2 Vorteile, die meine Bedenken gedämpft haben:
a) Es gibt Anbieter auf dem Markt, die eine eingebaute SL - Marke haben, d.h. Positionen werden liquidiert, bevor ein Totalverlust oder sogar eine Nachforderung entstehen kann (sicherlich gibt es ein Restrisiko, wenn es wirklich gaaaanz dumm läuft)
b) Die Kosten für die CFDs sind relativ gering, vor allem wenn man erstmal minimale Stückzahlen handeln möchte, und es gibt Tools und “Realtime” kostenlos. Mit “Realtime” meine ich, dass mir schon bewusst ist, dass es nicht die exakt gleichen Kurse sind, die man z.B. von der EUREX bekommt, oder von GTIS für den FOREX. Aber sie kommen dem sehr nahe, so dass man damit prinzipiell gut handeln kann (zumindestens meine Meinung)
So habe ich das Prinzip und die Tools dann erstmal über Demodepots bei zwei führenden Anbietern für CFDs getestet. Im direkt Vergleich stellte sich für mich relativ schnell raus, dass für die Bedürfnisse des “Übens” eigentlich nur ein Anbieter im Rennen bleibt, und so bin ich seit dem großer Fan der Marketindex - Plattform von ABN AMRO (bitte nicht als Werbung verstehen!).
In den nächsten Tagen geht es weiter, ich bin jetzt müde…..
Salut aus Frankreich,
Alexander