Archiv nach Kategorie "Lessons"

Stufe 6

Veröffentlicht in Daytrading, Lessons, Trading bei April 15, 2008 von ask70

So, jetzt komme ich langsam zum H und Heute!

Die Stufen 1-5 sind also durchschritten, und hechelhechel, auf der Treppe ist definitiv noch kein Ende in Sicht.  Aber - und ich glaube das ist ein Schlüssel für die weitere Entwicklung gewesen - so langsam habe ich auch kapiert, dass es kein baldiges Ende geben wird. Die Zeit des Lernens und Übens wird noch lange andauern, bis wirklich mal nachhaltiges Traden rauskommt, ganz zu schweigen von dem Ziel des fulltime Daytradens. Diese Erkenntnis war immens wichtig für mich, denn es gab mir die Chance, alles zu überdenken, mich nochmal ernsthaft mit der Frage zu beschäftigen, ob ich das wirklich will, ob ich bereit bin, über Monate bzw. Jahre hinweg die nötige Zeit und Arbeit zu investieren, andere Dinge im Leben für dieses Ziel hinten an zu stellen.

Die Antwort auf diese Frage war ein definitives JA! Und nicht unbedint das Geld ist dabei der Motivator oder Antreiber (ich würde lügen, zu behaupten dass Geld überhaupt keinen Einfluss hätte), sondern der Spass an dem Thema, am Traden, an den Märkten, an der dahinter steckenden Wirtschaft und den Zusammenhängen, der Politik, aber auch der Psychologie und Emotionen. Dieses unglaublich komplexe Gebilde hat auf mich magische Anziehungskräfte, es setzt bei mir Energie frei, die ich so (leider) noch nicht in meinem jetzigen Job verspürt habe.

Ich habe also etwas Abstand von den Ereignissen der letzten Monate genommen, und mich sehr intensiv mit Thomas ausgetauscht - übrigens aus meiner Sicht ein unschätzbarer Vorteil - einen Gleichgesinnten zu haben, der einen ähnlichen Wissens- und Erfahrungsstand hat und das gleiche Ziel vor Augen hat!

Was sind also für mich die wesentlichen Erkenntnisse, die aus den Stufen 1-5 gezogen werden können?

1. Das schnelle Geld wird man, ohne sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen, an der Börse nur kurzfristig verdienen (wenn man Glück hat), aber langfristig wird man immer auf der Verliererseite enden

2. Traden ist ein Beruf! Für den Erfolg muss man (mindestens) genauso viel Zeit und Aufwand investieren, wie für jede andere Berufsausbildung auch (das war schwer für mich zu akzeptieren, ich dachte ich wäre ein Naturtalent grrrr)

3. Bücher helfen zwar, um in das Thema rein zu kommen, und es gibt viele wunderbare und wertvolle Bücher zum Thema Trading. Aber es gibt irgendwann einen Punkt, an dem nur noch Erfahrung hilft, d.h. Stunden um Stunden die Charts zu beobachten und mit ihnen zu “atmen”, sich Verhaltensweisen anzugewöhnen , Disziplin, etc.

4. Erst mit einem Demo - Depot anfangen, dann mit kleinem Geld, aber bloß nicht sofort “all in”, wie die Großen (und auch die sollten ja i.d.R. nicht mehr als 2% nehmen ;-))

5. Kein sinnloses Rumgedaddel, sondern seine eigene Strategie finden (das hört sich einfach an, ist aber für mich eines der schwierigsten Aufgaben)

6. Darauf hören, was in den Büchern steht. Ich bin nicht schneller oder besser als alle anderen vor mir (d.h. befolge Money Management, Risiko Management, etc., denn sie sind wichtig fürs Traden, Überlebenswichtig!)

Neben diesen Punkten gibt es noch unzählige weitere Lehren, die ich aus den vergangenen Monaten gezogen habe, sicherliche werde ich auf die eine oder andere zurück kommen.

Letztlich musste nun ein neuer Weg beschritten werden!

Also packen wir es an:

CFDs! Oh Gott, was hatte ich für einen Respekt davor, als Thomas mir von diesen Dingern erzählte. Ich habe nur die Passagen vor Augen gehabt, in denen ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass nicht nur ein Tatalverlust möglich sei, sondern unter Umständen sogar Geld nachgeschossen werden muss.  Ich dachte sofort an meine letzten x - hundert Trades ohne Stop-Loss und ohne Plan, die mitunter auch mal mit dem Totalverlust endeten (der mindestens ebenso wunderbaren Produktwelt der Zertifikaten sei dank).

Aber nach längerer Diskussion und intensiver Recherche gab es dann doch 2 Vorteile, die meine Bedenken gedämpft haben:

a) Es gibt Anbieter auf dem Markt, die eine eingebaute SL - Marke haben, d.h. Positionen werden liquidiert, bevor ein Totalverlust oder sogar eine Nachforderung entstehen kann (sicherlich gibt es ein Restrisiko, wenn es wirklich gaaaanz dumm läuft)

b) Die Kosten für die CFDs sind relativ gering, vor allem wenn man erstmal minimale Stückzahlen handeln möchte, und es gibt Tools und “Realtime” kostenlos. Mit “Realtime” meine ich, dass mir schon bewusst ist, dass es nicht die exakt gleichen Kurse sind, die man z.B. von der EUREX bekommt, oder von GTIS für den FOREX. Aber sie kommen dem sehr nahe, so dass man damit prinzipiell gut handeln kann (zumindestens meine Meinung)

So habe ich das Prinzip und die Tools dann erstmal über Demodepots bei zwei führenden Anbietern für CFDs getestet. Im direkt Vergleich stellte sich für mich relativ schnell raus, dass für die Bedürfnisse des “Übens” eigentlich nur ein Anbieter im Rennen bleibt, und so bin ich seit dem großer Fan der Marketindex - Plattform von ABN AMRO (bitte nicht als Werbung verstehen!).

In den nächsten Tagen geht es weiter, ich bin jetzt müde…..

Salut aus Frankreich,

Alexander

Die Treppe

Veröffentlicht in Daytrading, Lessons, Trading bei April 13, 2008 von ask70

Ich habe gestern damit angefangen, die einzelnen Stufen auzuzählen, die ich meine, bisher beschritten zu haben, heute also ein paar Details.

Stufe 0 - Der schnelle Erfolg:

Nun, die Stufe 0 ist eigentlich der Grundstein, der mich bis hier zu diesem Blog gebracht hat. Die Stufe 0 begann wie schon vorher kurz erwähnt mit dem Tag, als mein Kollege zu mir kam, und mir von ein paar Aktiendeals erzählte, die er in letzter Zeit so gemacht hatte.

Damit begann eine Odyssee von Diskussionen und ein täglicher reger Austausch über die Börse, Aktien, die Märkte usw. Letztlich war der große Traum von schnellem Reichtum der Antreiber des Geschehens (wie bei so vielen).

Mein Kollege Thomas erzählte mir von unterbewerteten Rohstoff - Aktien, von Explorern und Minenaktien, alle nötigen Informationen waren frei auf Wallstreet-online verfügbar! Es gab haufenweise Stories von Papieren, die xxx% innerhalb weniger Tage gemacht hatten.

Wir fingen also vermehrt an, in kleine Werte wie Crowflight, Oriental etc. zu investieren (wir glaubten, wir würden investieren, aber jetzt weiss ich, es war zocken).

Damit nicht genug, denn wir wurden anfangs sofort mit satten Gewinnen belohnt, die uns zu noch mehr Risiko verleiteten, zu noch mehr Käufen und Verkäufen (hin und her macht Taschen leer - eine Weisheit, die sich mir erst später erschlossen hat). Es musste so kommen, wie wahrscheinlich jeder schon vermutet - die Gewinne waren schneller futsch, als wir mit unseren Erkenntnissen und Erfahrungen hinterher kamen.

Wir versuchten also, uns weiter zu entwickeln; eines Tages kam Thomas und erzählte mir von einem Buch, welches er gerade gekauft hatte - Das Grosse Buch Der Markttechnikvon Michael Voigt!

Also auf zu neuen Ufern, jetzt hatte wir fast den heiligen Gral, hier ein paar Trends, da ein paar Linien, Stop-Loss rein, und die Gewinne sind da!

Stufe 1 - (Erste Berührung mit einer Art von Realtime):

Wir meinten nun zu wissen, dass die Kohle noch schneller zu machen ist, wenn man Intraday handelt. Also brauchten wir Realtime - Kurse, speziell auch für die Canadian Explorers! Gibt es ja alles kostenlos im Internet, ich weiss gar nicht, warum andere für Realtime soviel Geld ausgeben - ADVFN sei Dank!

Oh jaaaa, die Gewinne waren sofort da, aber leider überwiegend bei den Marktteilnehmern, die uns gegenüber standen. Wir kamen nicht von der Stelle, aber wir ließen uns auch nicht entmutigen.

Und dafür wurden wir belohnt! Ein großer Zufall brachte uns zur Stufe 2 (gut dass ich nochmal von gestern auf heute überlegt habe, denn die Chronologie der Ereignisse war tatsächlich etwas anders).

Stufe 2 - Ein echter Daytrader - es gibt sie wirklich:

Thomas hat auf einer Party einen echten Daytrader kennengelernt, einer der wirklich ausschließlich und fast täglich den Markt schlägt! Das war ein Zeichen, und wir wollten es jetzt um so mehr schaffen (und dachten damals noch, dass man sowas dann auch schnell hinbekommt :-)).

Mario (Name geändert) hat sich sogar bereit erklärt, dass Thomas mal einen Tag vorbei schaut und sich ein wenig mit ihm austauscht bzw. Löcher in den Bauch fragt. Gesagt, getan; am Montag danach war der Redeschwall von Thomas gar nicht mehr zu bremsen - was hat der Typ dem alles in so kurzer Zeit mitgegeben….nun, wir haben eigentlich “nur” einen Punkt als wichtig erachtet - er tradet mit Tubo - Zertifikaten!!! Ahhh, das ist also dass Geheimnis…..schwupps waren wir schon direkt in Phase 3.

Stufe 3 - Die Waffe “Turbo Zertifikate”:

Wir schwenkten also um, von schnöden Minen- / Rohstoffaktien, zu soliden DAX / MDAX - Werten, auf die es geeignete Zerts gab. Und da Thomas ja nicht 2 Wochen bei Mario verbracht hat, konnten wir nicht ahnen, dass nicht unbedingt das Zertifikat mit dem größten Hebel das Zertifikat der Wahl ist (abgesehen von Spreads, Laufzeiten, etc.).

Und wir hatten neue Realtimekurse!!! Natürlich wieder umsonst, ich glaube sie kamen über TurboDepot. Auch nicht wirklich viel besser, aber wir waren jung und wir wollten das Geld :-))

Stufe 4 - Gehe zurück auf Los…:

Unser Set-up war also wie folgt: Realtime - Daten von ADVFN und Zertifkate mit höchstem Hebel = Schnelle Gewinne und Große Verluste. Die Drawdown - Spirale wurde immer schärfer, je mehr wir uns bemühten - kann das wahr sein, so schwer kann es doch nicht sein!?

Stufe 5 - Ok, so vielleicht doch nicht:

Wir mussten reagieren, es war doch eigentlich so einfach, dass hatte Thomas bei Mario doch mit eigenen Augen gesehen! Also lag es doch nur daran, dass uns noch ein paar zentrale Informationen fehlten, eine kleine Portion Extrawissen! Thomas schaffte es, Mario zu überreden, uns am Wochenende, wirklich für ganze 2 Tage, ein kleines Coaching bzw. eine Schulung zu geben. WAHNSINN, das war nun wirklich die Krönung unserer Tradingkarriere!

So kam es, dass wir 2 volle Tage und Abende bei und mit Mario verbrachten. Tatsächlich haben wir noch soviel gelernt, es war schier unglaublich! Ich glaube dass war dann wirklich das erste Mal, wo ich begann zu realisieren, dass wohl doch noch etwas mehr dahinter steckt als nur zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen und verkaufen.

Zur Krönung hat er für unser restliches Tradingdepot noch einen ganz sicheren Investitionstip gegeben, das würde der “Verdoppler” werden, es würde die Grundlage für alle weiteren Tradingerfolge werden.

Nun, was soll ich groß drum herum erzählen, der Verdoppler wurde zum finalen Rettungsschuss, und brachte uns eine weitere Tradingrealität nahe - die Hoffnung stirbt zuletzt. Der Wert in unserem Depot hatte sich in ca. 2 Wochen halbiert. Und nach einem Monat nochmal halbiert. Und dann war Schluss. Das brachte mich dann zur Stufe 6.

Vorher muss ich jedoch noch ausdrück sagen, dass ich Mario keinen Vorwurf mache, dass unser Depot geschrottet wurde. Es war mein Geld, es war mein Depot, ich hätte jeden Tag, jede Stunde, bei jedem Cent Verlust die Position glatt stellen können! Ich bin Mario für die 2 Tage sehr dankbar - sie waren trotz des “Drawdowns” mehr als das Geld wert!

Stufe 6 - Ich gehe meinen eigenen Weg und werde es trotzdem:

Eigentlich sollte diese Stufe eher heissen, ich habe es kapiert, Trader, also ich meine erfolgreicher Trader, wird man nicht mal eben so! Wenn man es überhaupt wird, dann nur mit Disziplin, Disziplin, harter Arbeit, Disziplin, Erfahrung, Wissen, Disziplin, Zeit.

Wir befinden uns in der Erzählung jetzt im November 2007. Alles wurde nochmal auf den Tisch gelegt, die Karten wurden neu gemischt, und ein ernsthafter Grundstein für das Projekt “Daytrader” gelegt.

Im nächsten Blog geht es also weiter.

Zu meinen gemachten Erfahrungen passt folgendes Video ganz gut, genau so habe ich auch angefangen bzw. gedacht.

Indikatoren haben sicherlich ihren Nutzen und ihre Berechtigung, aber gerade für Anfänger sind sie aus meiner Sicht eher eine Belastung, als eine Hilfe! Man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr!

Euer Alexander